„Die KI“ gibt es nicht. Hinter ChatGPT, Perplexity, Gemini, Copilot und den KI-Funktionen bei Google stecken verschiedene Modelle, verschiedene Suchverfahren und verschiedene Quellen. Dazu kommt, dass auch dasselbe Produkt verschieden antwortet, je nachdem, ob man die App, den Browser oder die Programmschnittstelle (API) nutzt. Jeder einzelne Abruf heißt Lauf, und die Läufe schwanken. Wer seine Sichtbarkeit prüft, muss deshalb dazusagen, auf welcher Oberfläche er gemessen hat.
Ein Beispiel: Die ChatGPT-App zeigt bei lokalen Fragen einen Kartenblock, dessen Sterne und Bewertungszahlen mit dem Google-Profil übereinstimmen. Der KI-Modus von Google zitiert vor allem Google-Profile, Perplexity führt sehr breit Verzeichnisse und Portale als Quellen an.
Was heißt das für Ihren Betrieb?
Seien Sie skeptisch, wenn jemand aus einer einzigen Oberfläche eine Aussage über „die KI“ ableitet. Ein Eintrag, der bei ChatGPT hilft, muss bei Google nichts bewirken. Für lokale Betriebe sind die gemeinsamen Grundlagen wichtiger als das Tuning für ein einzelnes Produkt: Profil, Bewertungen, Plattformen, Leistungsseiten.
Was wir dazu wissen
In unserer Selbstmessung vom 28. September 2026 teilten Exa Answer, die ChatGPT-App und Googles KI-Übersicht je Frage im Median nur 4 bis 8 % der zitierten Domains. Bei 14 Fragen zitierten alle drei zusammen nur 4 Domains von rund 230. Grossman und Kollegen (30. April 2026, 11.500 Anfragen) fanden auch innerhalb von Google nur eine Überlappung von 0,11 zwischen KI-Übersicht und Gemini (Jaccard-Maß, 0 = nichts gemeinsam, 1 = identisch). Die Messung war eine Momentaufnahme mit drei Exa-Läufen und je einem Lauf bei ChatGPT und der KI-Übersicht pro Frage.