Rund um KI-Suche entstehen gerade viele Angebote, die schnelle Sichtbarkeit versprechen. Wir haben die Studien dazu gelesen und selbst gemessen. Hier steht, was davon belegt ist, was nicht und was einem Betrieb sogar schaden kann. Jede Aussage nennt ihre Quelle und deren Datum. Wo es neue Studien gibt, ergänzen wir sie.

Was hilft nach heutigem Stand?

Vor allem das, was auch bei Google und auf der Karte hilft. Für Googles lokale Suche sind Profil und Bewertungen belegte Grundlagen. Bei Plattformen und Leistungsseiten zeigen Messungen, dass KI-Antworten sie oft zitieren; dass gezielte Pflege mehr Nennungen bringt, ist damit nicht bewiesen.

  • Ein vollständiges Google-Unternehmensprofil. Google nennt das Profil ausdrücklich als Weg in die KI-Funktionen der Suche (Google-Leitfaden zur KI-Suche, Juli 2026). In unserer Messung in neun Branchen stimmten Sterne und Bewertungszahl in der ChatGPT-App in 50 von 50 geprüften Fällen mit dem Google-Profil überein.
  • Echte Bewertungen. Google nennt Zahl und Bewertung der Rezensionen als Faktor in der lokalen Suche. Die Betriebe, die ChatGPT in unserer Messung empfahl, hatten im Median 4,8 Sterne; nur 3 % hatten weniger als zehn Bewertungen.
  • Die Plattformen Ihrer Branche. Bei Fragen nach einem Betrieb zitierte die ChatGPT-App in zwei von drei Antworten mit Quellen Bestenlisten und Bewertungsplattformen, in gut der Hälfte Verzeichnisse (unsere Messung, September 2026).
  • Eine Seite je Leistung mit Preis und Ort als Text. Bei Fragen nach dem Preis zitierten 84 % der ChatGPT-Antworten mit Quellen Seiten von Betrieben. 13 der 15 meistzitierten waren Unterseiten, 12 nannten Preis und Ort im Text (unsere Messung).
  • Echte Erwähnungen auf fremden Seiten. Wie oft eine Marke im Netz erwähnt wird, hängt deutlich stärker mit ihrer Sichtbarkeit in KI-Antworten zusammen als die Zahl der Backlinks (Ahrefs, Dezember 2025, Anbieterstudie; Korrelation, kein Beweis für Ursache und Wirkung).

Was hilft wahrscheinlich, ist aber nicht sicher belegt?

Einiges ist schlicht gutes Handwerk, das auch Menschen hilft.

  • Antwort zuerst. Wer die Frage im ersten Satz beantwortet, macht es Lesern und Maschinen leicht. Microsoft empfiehlt klare Überschriften und Frage-Antwort-Abschnitte (Bing Webmaster Blog, Februar 2026). Einen gemessenen Effekt auf KI-Zitate gibt es dafür noch nicht.
  • Inhalte ohne JavaScript lesbar. Die Crawler von OpenAI, Anthropic und Perplexity führen laut einer Auswertung von Vercel kein JavaScript aus (Dezember 2024). Seiten, die ihren Text direkt im HTML ausliefern (serverseitiges Rendern), sind deshalb die sichere Wahl.
  • Einheitliche Stammdaten. KI-Assistenten geben bei gut drei von vier Nennungen gleich die Kontaktdaten mit aus (Gelbe Seiten, September 2026, Anbieterstudie eines Verzeichnisses). Stimmen die Angaben überall überein, landen weniger falsche Daten in den Antworten.

Wofür gibt es keinen Beleg?

Für einige Maßnahmen, die gerade viel verkauft werden.

  • llms.txt. Google nutzt die Datei nicht. In einer Auswertung von Ahrefs (Anbieterstudie) wurden 97 % der Dateien im Mai 2026 kein einziges Mal abgerufen.
  • Längere Texte. Es gibt keinen Beleg, dass die Länge eines Textes die Chance auf ein KI-Zitat verändert. Google sagt ausdrücklich, es gebe keine ideale Seitenlänge (Juli 2026).
  • Zusätzliches Schema-Markup als KI-Hebel. In der bisher sorgfältigsten Studie hatte neu hinzugefügtes Schema-Markup keinen messbaren positiven Effekt auf KI-Zitate (Ahrefs, Mai 2026, Anbieterstudie). Strukturierte Daten bleiben sinnvoll, wenn sie zum sichtbaren Text passen.
  • FAQ-Markup für FAQ-Rich-Results. Google zeigt diese aufklappbaren Fragen in den Suchergebnissen seit dem 7. Mai 2026 gar nicht mehr. Sichtbare Fragen und Antworten auf der Seite bleiben trotzdem nützlich.
  • Texte in kleine Schnipsel zerlegen. Google nennt das „Chunking“ für die eigene KI-Suche unnötig (Juli 2026).
  • Einträge in 100 Verzeichnissen. Wenige gepflegte Einträge genügen: Google, Bing, Apple, die Plattform Ihrer Branche, Innung oder Verband.

Was schadet?

Alles, was Suchmaschinen und Kunden täuscht.

  • Gekaufte, getauschte oder selbst geschriebene Bewertungen. Gefälschte Bewertungen sind nach dem Wettbewerbsrecht unzulässig (UWG, Anhang Nr. 23c), und Google entfernt Bewertungen, für die es eine Gegenleistung gab.
  • Eine eigene Seite für jeden Nachbarort. Fast gleiche Seiten, die nur auf andere Städte zielen, wertet Google als Spam. Ein Satz zum Einzugsgebiet reicht.
  • Versteckte Texte oder Anweisungen für KI-Systeme. Im Labor lassen sich Sprachmodelle damit beeinflussen. Im Netz ist das Spam und ein Risiko für den Ruf.
  • Das Datum ändern, ohne den Inhalt zu ändern. KI-Systeme zitieren im Schnitt jüngere Inhalte. Ein neues Datum ohne neuen Inhalt ist aber Manipulation, kein Update.

Und Garantien?

Gibt es nicht. KI-Antworten schwanken von Mal zu Mal stark, und niemand außerhalb der Anbieter hat Zugriff auf deren Systeme. Wer Ihnen Platz 1 bei Google oder eine Nennung in ChatGPT garantiert, verspricht etwas, das er nicht halten kann. Wir versprechen das auch nicht.

Was Sie konkret tun können, steht Schritt für Schritt in unserer Checkliste. Die Begriffe erklärt das Glossar.